TV Marktleugast - TV Weidhausen II 33:29

Die Geschichte wiederholt sich

TV Marktleugast: Özerkan, Uzun (Tor) - Barth (6), Dietel (1), Eichner (2), Frankmölle (5), Grabl (3/3), Kölbl (5/1), Lang (1), Lauterbach (4), Sauerwein (2), Schmidt (2), Woithe (2)

Zuschauer: 60
Siebenmeter: TVM 4⁄4, TVW 7⁄3
Strafzeiten: TVM 4, TVW 1
Rote Karte: -
Schiedsrichter: Baumgärtel (TV Münchberg) ⁄ Weinmeier (HSG Fichtelgebirge) pfiffen konsequent ihre Linie auf beiden Seiten und hatten keine Probleme mit der fairen Partie


Wahnsinn! Mit sage und schreibe 23 Toren in der zweiten Halbzeit drehten die Männer des TV Marktleugast das Bezirksligaspiel gegen den TV Weidhausen II. Zur Halbzeitpause lag man noch 10:15 zurück, aber dank einer rasanten Leistungssteigerung gewannen die Oberländer letztlich verdient mit 33:29.

Wie in Vorberichten prognostiziert wollten die Herren des TVM Geschichte lebendig machen. In der Vorsaison startete man mit zwei Niederlagen in die Saison und traf auf die Bezirksoberliga-Reserve des TV Weidhausen, die man mit zwei Minuspunkten im Gepäck auf den Weg gen Heimat schickte. Eben jene Weidhausener Handballrecken fanden vergangenes Wochenende wieder den Weg in die Dreifachsporthalle Marktleugast und trafen auf den mit zwei unglücklichen Niederlagen in diese Saison gestarteten TVM.

Zum Glück konnte das Betreuergespann Eichner, Ellner und Frankmölle wieder auf einen Halblinken Rückraumspieler zurückgreifen. Die in den beiden ersten Punktspielen schmerzlich vermisste Königs-Position wurde durch den jungen Barth hervorragend besetzt. Einen von letztlich sechs Rückraumkrachern setzte er gleich zu Beginn zum 1:1 Ausgleich in die Weidhausener Maschen.

Was danach von Seiten der Leuchetzer folgte war eher eine Totgeburt statt lebendige Geschichte. Weidhausen war alles andere als gewillt die Punkte abzugeben, hatte die TVM-Berichte aufmerksam studiert und von Beginn an Torgarant Frankmölle in kurze Deckung genommen. Zudem sorgten sie im Angriff mit dem Auflösen einer Rückraumposition an den Kreis stets für Verwirrung. Trotz des frühen verletzungsbedingten Ausfalls ihres Halblinken Rückraumspieler Schreier stand es über 3:3, 3:6, 4:8 in der 20. Minute 5:10 für den Gast. Auszeit Marktleugast. Eine Auszeit, die jeden wachrüttelte.
Wie gegen die vorherigen Gegner Kunstadt und Weitramsdorf war er wieder da, dieser Fünf-Tore-Rückstand und man erinnerte sich an Kampfgeist und Moral. Es wirkte und jede Folgeaktion saß. Torhüter Uzun glänzte wie so oft mit irren Paraden und hielt allein in dieser Halbzeit 13 Würfe. Die Abwehr arbeitete nun geschickt zusammen und im Angriff rappelte es im Minutentakt. Ausgerechnet Newcomer Sauerwein nahm sich zwei Mal ein Herz. Zum einen ließ er einen Rückraumkracher los und zum anderen bediente er aus der Bedrängnis vom eigenen Abwehrraum den zum Konter gestarteten Schmidt über das gesamte Spielfeld zentimetergenau. Schmidt selbst verwandelte eiskalt. Keine vier Minuten waren seit der ersten Auszeit vergangen, da nahmen die Gäste beim Stand von 9:10 ihre Auszeit. Wie wichtig diese Verschnaufpause für die Oberligareserve war, zeigte sich im Folgenden. Zwar mußte Weidhausen noch den Ausgleichstreffer hinnehmen, doch die letzten fünf Minuten bis zur Halbzeit spielte nur noch der Gast. Mit 10:15 ging es in die Pause.

Die Stimmung in der TVM-Kabine war wie bei einer Beerdigung und die Kabinen-Predigt hielt auch nur einer. Das was gesagt wurde wirkte. Die gesamte Mannschaft präsentierte sich fortan wie verwandelt und der Gegentreffer zum 11:17 war das Signal, das alle Hemmungen wandelte. Über 13:17, 15:18 und 16:20 wogte das Spiel noch hin und her, doch mittlerweile hatte sich nahezu jeder Spieler in die Torschützenliste eingetragen und Blut geleckt. Angetrieben von den Zuschauern, die die kämpferischen Qualitäten ihrer Männer kennen, zeigten Eichner, Grabl mit hundertprozentiger Strafwurfquote, Kölbl, Frankmölle und Barth wer Herr in der Hölle Nord ist und drehten das mittlerweile dramatische Spiel zum 23:22 (44.Min.). Das Publikum raste und feuerte ihre Mannen mit "Defense, Defense" rufen an. Die ersten beiden Punkte dieser noch jungen Saison lagen in der Luft. Ein emsiger "Kuno" Lauterbach, dem in dieser Halbzeit alles gelang und Routinier Kölbl sorgten gar für einen Drei-Tore-Vorsprung (25:22).

Es spricht für die Qualität Weidhausens, daß sie in dieser Phase nicht auseinanderbrachen und zum Gegenschlag ausholten (25:24). Frankmölle und ein quirliger Woithe sorgten aber wieder für den alten Abstand. Die Stimmung in der Halle kochte, das Hexenrudel trommelte und Youngster Sauerwein brachte den Höllenkessel mit seinem zweiten sehr schön rausgespielten Treffer acht Minuten vor Spielende zum überkochen (29:26). Acht Minuten in denen im Handball viel passieren kann dachte sich der Gast, allen voran Spielgestalter Tobias Schlosser und Halbrechter Haischberger und setzte zum 29:28 nach. Aber die Leuchetzer Geschichte lebte mittlerweile und alle Spieler glaubten dran. Angespornt von den Wahnsinnsparaden ihrer Torleute Özerkan und Uzun (zusammen 18 Paraden in der 2. Halbzeit) schepperte es im Weidhausener Gehäuse noch vier Mal bei lediglich einem Gegentreffer per Strafwurf zum 33:29 Endstand.

Die Spieler lagen sich in den Armen und ließen sich von ihrem frenetischem Publikum feiern, die ihre Mannen nie aufgaben. Mit den ersten beiden Punkten klettert Marktleugast auf Rang sieben in der Tabelle.

Peter Frankmölle

Männer Bezirksliga West

Rang

Mannschaft

Diff.

Pkt.

1.

TV Michelau

164

33 : 1

2.

HC 03 Bamberg II

67

29 : 5

3.

TB VfL Neustadt-Wildenheid

9

18 : 16

4.

TV Ebern

-3

17 : 17

5.

HG Kunstadt II

-1

15 : 19

6.

TSV Weitramsdorf

-35

15 : 19

7.

SG B-Rodach⁄Groß II

4

14 : 20

8.

SG 12 Bbg⁄TVHallst

-21

14 : 20

9.

TV Marktleugast

-62

12 : 22

10.

TV Weidhausen II

- 122

3 : 31

aktuelle Infos siehe BHV-online
Aktualitätshinweis

Letzter Eintrag im Gästebuch

Am 05.02.12 um 16:22 Uhr schrieb Petra

Huuuuurrraaaaaa, wir haben gewonnen, das erste Spiel !!!!!!!!! Männliche D- Jugend gegen Fichtelberg, die armen 19:8. Super Jungs, des werd scho besser.

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